Low Budget Tarp und Aufbauvarianten

In diesem Artikel möchte ich das Quechua Tarp von Decathlon vorstellen.

Das Tarp ist mit knapp 25€ sehr günstig, große Erwartungen hatte ich also nicht.

Darüber hinaus sind im Lieferumfang Steckbare Stahlstangen von insgesamt 2x 180cm, reflektierende Abspannleinen und ein Beutel Stahlheringe enthalten, zugegebener Maßen sind das die Dinge die ich sofort aussortiert habe, da diese einfach viel zu schwer sind und das Gesamtgewicht auf über 2,5Kg drücken.

Das Tarp allein ohne Schnüre wiegt gerade mal knappe 640g, was bei den Abmessungen von 2,85 x 2,90cm garnicht mal so schlecht ist für ein PU-Beschichtetes Polyester-Tarp.

Die Abspannleinen habe ich gegen 2mm Reepschnüre ausgetauscht, sodass mein Tarp jetzt 662g wiegt.

Aufgrund der Größe lässt sich das Tarp sehr vielseitig einsetzen und bietet wahlweise hohe Luftzirkulation oder nahezu Rundum-Wetterschutz.

Ein Paar Aufbauvarianten könnt ihr den folgenden Bildern entnehmen, je nach Konstruktion lassen sich dafür selbstgebastelte Alusegmentstangen, Wanderstöcke, Bäume oder sogar ein Fahrrad verwenden.

 

Variante 1

Diese Variante eignet sich meiner Meinung nach gut für Wintertouren oder stärkere Schauer, da man von fast allen Seiten geschützt ist. Das macht letztendlich auch den wasserdichten Biwaksack obsolet, hier bietet sich wenn überhaupt ein leichter winddichter Bivy an. (z.B. aus Tyvek)

Bei dieser Konstruktion währen weitere Abspannpunkte an der Vorderseite, wo die Kante umgeschlagen ist, von Vorteil um diese nach hinten wegzuspannen. Diese lassen sich schnell mit einer Nähmaschine nachrüsten. Alternativ gibt es auch Planenspanner wie diese hier, dadurch wird das Tarp allerdings unnötig schwerer.

Im vorderen Bereich könnte ich mir vorstellen bei schlechtem Wetter zu kochen.

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Zum Aufstellen lässt sich eine Alusegmentstange oder ein Wanderstock benutzen.

Ich benutze eigentlich immer Alusegmentstangen, da das Tarp in der Mitte keine Aufnahme für eine Stange hat, habe ich hierfür folgende Lösung gefunden: eine Bundhülse. Diese gibts im Baumarkt für knapp 1€. Der Bohrungsdurchmesser Beträgt unten 8mm (wie die Alustange) und verjüngt sich leicht, sodass sie sehr gut auf dem Stangenende sitzt.

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Über die tellerförmige Fläche lässt sich das Tarp nun gut abspannen. Um noch mehr Reibung zu erzeugen, kann man noch etwas Silikon auf die Bundhülsenfläche auftragen.

 

Variante 2

Für die Multisportler und Grammjäger findet sich natürlich auch eine Variante ohne Stange oder Stock, sofern man denn anderes Gerät zur Verfügung hat. Evtl. sollte man noch die Bremshebel mit gummibändern anziehen, damit sich die Laufräder nicht bewegen können.

Bei dieser Version muss man natürlich auch in kauf nehmen, dass das Tarp den Dreck vom Fahrrad abbekommt.

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Variante 3

Wer über ein seperates Innenzelt verfügt, für denjenigen kann ich diese Variante sehr empfehlen, auch weil der Aufbau sehr simpel und schnell vollbracht ist. Hier wird einfach nur eine Stange am Eingang aufgestellt und Tarp sowie Innenzelt über diese nach hinten bis zum Boden weg abgespannt. Das Tarp lasse ich dabei immer noch ein bisschen überstehen um einen kleinen Beak zu erzeugen, damit bei ungünstigem Wind nicht allzuviel Regen in den Eingangsbereich kommt.

Da das Tarp so groß ist, hat man hier noch relativ viel Platz drum herum um z.B. wie in diesem Fall ein Fahrrad oder ähnliches abzudecken. Das bietet sich bei Radtouren zum einen an um das Fahrrad in eine Zone zu holen, wo der versuchte Diebstahl aufjedenfall bemerkt wird und zum anderen ist es ebenfalls vor den Wettereinflüssen geschützt. Das ist bei mir relativ wichtig, da ich viele rostende Komponenten am Rad habe und so die Schmiermittel nicht so schnell ausgewaschen werden.

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Obwohl das Tarp bei dieser Variante ziemlich niedrig abgespannt ist, gerade im hinteren Bereich, hatte ich bisher keine Probleme mit Kondenswasser. Durch den oliven Farbton des Tarps blendet es sich außerdem relativ gut in die Umgebung ein, ein Vorteil wenn man nicht gesehen werden möchte oder darf (hier bietet es sich an die reflektierenden Schnüre auszutauschen und das ebenfalls reflektierende Quechua Logo abzukleben).

Zum abspannen des Tarps empfehle ich die Laufbursche Titanheringe, V-Form für die Hauptabspannleinen und die 5,5g Variante für die restlichen Punkte.

Abschließend kann ich sagen, dass ich mit diesem Tarp sehr zufrieden bin, und das Preis/Leistungs-Verhältnis hier überragend ist. Es hat mich auf meiner 1000Km Bikepacking-Tour durch Deutschland begleitet und jedem Schauer standgehalten.

 

Link zum Tarp

 

Tipp:

Zubehör austauschen, Stange mit Bundhülse bauen.

Fazit:

Low Budget Tarp das sich sehen lassen kann

Gewicht:

640g (Tarp ohne alles)

660g (mit leichten Schnüren)

 

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