Low Budget Ultraleichtzelt

Rocktrail Leichtzelt

Heute gibts mal was, was nicht nur super leicht ist, sondern auch noch super günstig. Es handelt sich hierbei um ein „Billigzelt“ der Marke Rocktrail von LIDL, welches ich beim obligatorischen Einkauf mal eben so mit in den Korb gepackt habe. Die 16,99€ machen einen ja nicht gerade arm und es gab einige interessante Aspekte an diesem Zelt, die mich letztlich begründet zu dieser Entscheidung bewegt haben.

Auch wenn ich eigentlich kein Freund von Billigkram bin, außer er ist von Decathlon, hat das Zelt aus mehreren Gründen meine Aufmerksamkeit erregt. Diese einfachen Chinazelte haben meisstens das Problem, dass sie unheimlich schwer und groß im Packmaß sind, schlecht verarbeitet und zu sehr viel Kondens aufgrund schlechter Belüftung neigen, von der mangelnden Wetterfestigkeit mal abgesehen.

Nun die technischen Daten haben diese Klischees in meinen Augen mehr oder weniger aufgehoben, was das Zelt für mich interessant machte. Die angegebenen 1,5 Kg sind schonmal ein guter Anfang, und wenn man die 11 Stahlheringe durch Aluheringe ersetzt und wie üblich auf die Hälfte davon verzichten kann, dachte ich mir, nähern wir uns doch schonmal einem attraktiven Gewichtsbereich für ein Einmannzelt. Klar, angegeben ist Platz für 2 Personen, doch meisstens scheint es sich bei dieser Angabe um Kinder oder sehr schmächtige Erwachsene zu handeln, ergo genug Platz für einen Erwachsenen und Gepäck. Die  2000mm Wassersäule sind auch ausreichend.

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Ich habe es natürlich zuhause erstmal gewogen, dann die Heringe und unnütze Hülle entfernt und kam auf ultraleichte 1216g! Das ist doch mal ne Nummer, für ein Ultraleichtzelt. Wenn man die Netzinnentaschen und Hinweiszettel im Innenraum entfernt, lassen sich nochmal ein paar Gramm mehr sparen. Aber nicht nur das Gewicht hatte mein Interesse Geweckt – durch die eher weniger weit verbreitete Konstruktion, welche im Eingangsbereich einen sogenannten „Beak“, also ein leichtes Vordach entstehen lässt, ergibt sich die Option den Eingang bei mittelmäßigem Regen und wenig Wind nicht schließen zu müssen, da der Eingang so weitestgehend geschützt ist. Bei Sturm sieht das natürlich ganz anders aus, aber dafür ist das Zelt auch nicht gedacht. Daraus folgt natürlich eine bessere Luftzirkulation im Zelt, welches dem Kondensproblem bei einwandigen Zelten stark entgegen wirkt. Bei den standart-Kuppelzelten fehlt diese Option gänzlich und artet oftmals in einem allseits gefürchteten Tropfsteinhöhlen-Flair aus. Somit ergaben sich bei diesem Zelt immerhin zwei wesentliche Attribute die nicht zu verachten sind.

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Nun gut – genug gefachsimpelt, ich habe es am Wochenende natürlich gleich mal aufgebaut und unter die Lupe genommen. Es lässt sich relativ schnell und unkompliziert aufbauen, die elastische Kordel im Gestänge besitzt wenig Spannung, was sich aber leicht beheben lässt, wenn man die Kordel an der Endkappe stramm zieht und neu verknotet. Von den angegebenen 11 Heringen und 4 Abspannschnüren habe ich lediglich 8 Heringe und 2 Schnüre gebraucht und denke nicht, dass es dadurch deutlich instabiler ist. Ich denke selbst 6 Heringe wären ausreichend. Die Belüftungsklappen sollte man aber aufjedenfall abspannen um die Luftzirkulation zu verbessern.

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Nach dem Aufbau habe ich gleich mal probegelegen, man hat recht viel Platz und die Ausrüstung passt auch mit rein, wahrscheinlich sogar noch ein mittelgroßer Hund. Der Eingang ist allerdings etwas klein und erfordert Geschick bei Ein- und Ausstieg. Im Allgemeinen macht die Verarbeitung einen guten bzw. ausreichenden Eindruck, die Nähte sind abgetapet und die strapazierten Punkte sind verstärkt, lediglich die Abspannschlaufen an den Seiten (mittig) sind nicht extra abgeklebt, was sich aber mit etwas Silikon schnell beheben lässt. Die Schnüre im Inneren, womit man das Gestänge zusätzlich fixieren kann würde ich nicht benutzen, da diese beim Verknoten Zug auf das Nahtdichtband aufbauen, und dieses auf dauer lösen werden. Nicht sehr durchdacht, aber auch nicht weiter schlimm – da nicht essentiell.

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Anschließend habe ich den obligatorischen Beregnungstest mit Gartenschlauch durchgeführt und das Zelt mehrere Minuten stark beregnet. Das Vordach erfüllt seinen Dienst sehr gut, die Tür habe ich offen gelassen und lediglich das Moskitonetz geschlossen. Innen war alles trocken. Wie es sich auf Tour im Regenschauer macht muss ich noch testen, das ist natürlich ausschlaggebener.

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(die Gummibänder und Heringe auf dem Bild gehören nicht dazu, PET- Flasche 0,5l zum Vergleich)

Fürs erste macht das Zelt einen guten Eindruck und überzeugt durch Attribute wie geringes Packmaß, minimales Gewicht und durchdachte Konstruktion. Für knapp 17€ kann man denke ich nicht meckern. Wenn man einigermaßen sorgfältig damit umgeht, kann man damit im Sommer bestimmt viel Spass haben und wenn es irgendwann kaputt gehen sollte, ist es auch zu verschmerzen.

Um Löchern oder undichten Stellen vorzubeugen würde ich immer etwas Gewebeklebeband mitführen sowie eine Rettungsdecke als zusätzlichen Schutz unter den Zeltboden legen, dann ist man auf der sicheren Seite.

Herstellerangaben
Eigenschaften:

  • Besonders leicht und handlich – nur 1,5 kg
  • Windstabil und wasserdicht durch PU-Beschichtung und versiegelte Nähte
  • Leichtes und stabiles Fiberglasgestänge
  • Inklusive 11 Heringen und 4 Abspannseilen
  • Wassersäule: 2000 mm
  • Für bis zu 2 Personen
  • Strapazierfähiges Polyestergewebe
  • Eingang und Ventilationsöffnung mit Moskitonetz
  • Praktische Innenzelttaschen
  • Einfacher, schneller Aufbau – inklusive Anleitung
Maße:

  • Aufgebaut ca. B 120 x H 90 x T 220 cm
  • Packmaß: ca. B 16 x H 6,5 x T 37 cm

Tipp:

– Stahleringe durch 6-8 Aluheringe ersetzen,

– Innenzelttaschen rausschneiden,

– mittige Seitenschlaufen abdichten

– Rettungsdecke als Footprint drunterlegen

Fazit: sehr leichtes Sommerzelt für wenig Geld, minmales Packmaß, gute Konstruktion.

Gewicht: 1216g (ohne Heringe und Hülle)

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3 Gedanken zu “Low Budget Ultraleichtzelt

  1. Hallo,
    habe dieses Zelt 2012 bei Aldi erworben und war zweimal damit mit dem Fahrrad je eine Woche unterwegs. Für mich Zwerg (158 cm) ist die Höhe des Zeltes ausreichend. Platz für alles Notwendige ist auch vorhanden.
    Und jetzt kommt es: Das Zelt hält auch einen heftigen Gewittersturm mit Schlagregen aus. Als das Unwetter losging, habe ich mich auf dem Campingplatz in den Aufenthaltsraum zurückgezogen. Nach einer guten Stunde hat sich das Wetter einigermaßen beruhigt und ich habe erwartet, mein Zelt in den Bäumen suchen zu müssen. Aber es stand „wie eine Eins“ und innen war es dazu noch trocken. Gutes Zelt!

    Gruß

    Leah

    1. Hey Leah,

      danke für deine Erfahrungen, das klingt ja schonmal gut!
      Konnte es bisher leider nicht testen, da ich durch einen Kletterunfall noch etwas lediert bin.
      Ich werd das Zelt hoffentlich noch diesen Sommer ebenfalls bei einer Fahrradtour auf die Probe stellen.

      Gruß, LC

      1. Hallo LC,
        habe einen Fehler in meinen Kommentar gebracht. Das Zelt ist natürlich von Lidl und nicht von Aldi. Aber das ist sekundär.
        Noch Gute Besserung für Dich!!!!

        Gruß
        Leah

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